RE – Aktuell

Roter Jahresauftakt-Veranstaltung am 16.Januar 2022

Heute, fast genau am Tag der Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg vor 103 Jahren, haben in Recklinghausen-Süd AntifaschistInnen und KommunistInnen der Kämpfer für Frieden und Sozialismus gedacht. Es blieb nicht nur bei einem Rückblick, der Vorsitzende der DKP, Partik Köbele, wies eindringlich auf den notwendigen Kampf gegen die Kriegstreiber gerade gegen Russland hin.


Betriebsrätepreis an Recklinghäuser Seniorenzentrum

Publikumspreis des Betriebsrätetages in Bonn für das Projekt des Betriebsrates im AWO-Seniorenzentrum Recklinghausen

Vom 09. – 11.11.2021 fand im ehemaligen Bundestagsgebäude in Bonn unter der Schirm­herrschaft des Bundesarbeitsministers Hubertus Heil der Deutsche Betriebsrätetag 2021 statt.

Jährlicher Veranstalter ist der Bund-Verlag, der mehrere Monatszeitschriften herausgibt, die für die meisten betrieblichen Interessensvertretungen in Deutschland zur Standardliteratur gehören. Auf dem Betriebsrätetag wurden neben unzähligen Vorträgen auch die Projekte von 12 Betriebsräten vorgestellt, die unter 80 eingereichten Projekten für den Betriebsrätepreis nominiert worden waren.

Hierunter befand sich auch das Projekt „Hygiene und Infektionsschutz in Pflegeeinrichtungen – Maskenpflicht und dienstliche Arbeitskleidung im AWO-Seniorenzentrum Recklinghausen“, das in einer demokratischen Abstimmung unter den anwesenden Betriebsräten aus ganz Deutschland den diesjährigen Publikumspreis gewann .
Der Betriebsrat des AWO-Seniorenzentrums Recklinghausen hatte im November letzten Jahres mit einer Betriebsvereinbarung die Pflicht der Beschäftigten zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz und FFP2-Masken statt der Stoffmasken durchgesetzt. „Normalerweise gehört dies auch außerhalb von Pandemiezeiten bei bestimmten Infektionserregern zum Standard in Altenpflegeheimen.“, erklärt der Betriebsratsvorsitzende Detlev Beyer-Peters. Denn die zunehmende Multimorbidität der Bewohner*innen mache sie anfälliger für Infektionen mit Erregern der Risikogruppe 2, wozu z.B. MRSA-, Clostridien- und Salmonellen-Bakterien, Noro- und Herpes-Viren, Krätze-Parasiten und Candida-Albicans-Pilz gehören.

Detlef Beyer-Peters und Anja Willamowski

„Deshalb haben wir schon seit vielen Jahren unter Ausschöpfung aller rechtlichen und politischen Möglichkeiten auch dafür gekämpft, dass die Pflegekräfte bei ihrer Tätigkeit nicht Straßenkleidung tragen müssen sondern täglich desinfizierend gereinigte dienstliche Arbeits­kleidung vom Heimträger gestellt bekommen.“, berichtet die stellvertretende Betriebsrats­vorsitzende, Anja Willamowski, die schon seit Jahrzehnten für ihre hauswirtschaftliche Tätigkeit im Umgang mit Lebensmitteln dienstliche Arbeitskleidung tragen muss.

Beide nahmen stellvertretend für den Betriebsrat im AWO-Seniorenzentrum Recklinghausen den Preis am letzten Tag der Veranstaltung entgegen. Mit dem Publikumspreis des Deutschen Betriebsrätetages sieht sich der Betriebsrat in seinem Engagement für die Verbesserung der Hygiene und des Infektionsschutzes bestätigt und auf besondere Weise belohnt. Außerdem haben der AWO-Bezirk Westliches Westfalen e.V. und der Gesamtbetriebs­rat dieses Heimträgers eine Projektvereinbarung abgeschlossen, wonach vorab in 4 von 58 Einrichtungen die Einführung von dienstlicher Arbeitskleidung erprobt werden wird. Eine dieser Projekteinrichtungen ist das AWO-Seniorenzentrum Recklinghausen.

Tragezeitpausen für tragen von FFP-2 Masken im Krankenhaus

Prosper-Krankenhaus besteht auf Zwangsmaßnahme

Auf ein großes Medieninteresse stieß am 23. Februar der Gütetermin in Sachen Kristin Zuber gegen das Prosper-Krankenhaus Recklinghausen am Arbeitsgericht in Herne. Auch an die 30 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter waren mit Fahnen und Transparenten erschienen, um die Krankenschwester und Gewerkschafterin zu unterstützen.

Text und Foto :Werner Sarbok

Der gegnerische Anwalt bestand auf der Zwangsmaßnahme und blockte eine vom Arbeitsrichter vorgeschlagene und tragfähige gütliche Einigung ab.

Daher wird es am 6. Mai um 11 Uhr zu einer Verhandlung vor dem Arbeitsgericht kommen.


Das Prosper-Hospital in Recklinghausen hat die ver.di-Kollegin Kristin Zuber zwangsversetzt, weil sie Tragezeitpausen bei der Arbeit mit Masken für sich und ihre Kolleginnen und Kollegen eingefordert hat. Dieses Verhalten der Geschäftsleitung hat eine Welle der Solidarität für die Krankenschwester ausgelöst, die dort seit über 30 Jahren im Schichtbetrieb arbeitet.

Die Kollegin wehrt sich gegen diese Zwangsmaßnahme.

Am Dienstag, den 23. Februar, findet der Gütetermin beim Arbeitsgericht Herne, Schillerstr. 37 – 39, statt. ver.di und andere Organisationen rufen um 8.30 Uhr vor dem Gericht zur Solidarität mit der Gewerkschafterin auf.

Hintergrundinformation zum Tragen von FFP2- Halbmasken und die Empfehlung für die Tragepausen:

Natürlich ist das Tragen von Masken in dieser Zeit besonders wichtig und unverzichtbar, doch sind dabei auch Tragepausen einzuhalten und einzufordern, denn es unterliegt dem Arbeitsschutz der Beschäftigten.

  • Für filtrierende FFP2-Halbmasken mit Ausatemventil wird eine Tragedauer von 120 Minuten, bei leichter Arbeit bis zu 3 Stunden empfohlen. Darauf sollte eine Mindesterholungspause von 30 Minuten folgen. Insgesamt sind so max. 3 Einsätze pro Arbeitsschicht möglich.
  • Für filtrierende FFP2-Halbmasken ohne Ausatemventil verkürzt sich die Tragedauer auf 75 Minuten. Die Einsätze können dann bis zu 5 pro Schicht betragen. Die Pausendauer bleibt bei 30 Minuten. Bei einer kürzeren Tragedauer ergibt sich eine entsprechend kürzere Erholungsdauer. Sind zwischendurch Tätigkeiten ohne Maske möglich, können diese als Erholungszeit gewertet werden.
  • Dies entspricht den Empfehlungen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, “Benutzung von Atemschutzgeräten – DGUV Regel 112-190 / BGR/GUV-R 190”.

Pausen von der Maskenpflicht gewährleisten

Trotz der Verschärfung der Corona-Regeln soll der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern Pausen von der Tragepflicht gewähren, in denen sie die Mund-Nase-Bedeckung ablegen können. In diesem Zusammenhang sollte der Arbeitgeber eine entsprechende Arbeits- oder Betriebsanweisung am Arbeitsplatz aushängen.

Nachzulesen auf Verdi – Internetseite : verdi.de/branchen-berufe/gesundheit-und-soziales

Gemeinsam gegen Rechts!

Am 14. Februar haben mehr als 40 Recklinghäuser Antifaschistinnen und Antifaschisten bei satten Minusgraden gegen die Wahlkonferenz der AfD protestiert. Aufgerufen dazu hatte die Stadtvereinigung Recklinghausen der „VVN – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“.

Foto : Werner Sarbok

Coronabedingt wurde mit Masken und Sicherheitsabstand demonstriert. In verschiedenen Redebeiträgen wurde die Notwendigkeit des gemeinsamen Handelns gegen Rechts betont. Denn Faschismus ist keine Meinung – Faschismus ist ein Verbrechen!